„Mit dem hab ich ein Problem.“
So oder so ähnlich habe ich das schon dreimal gehört, als ich mit Bekannten über meine neue Talkshow sprach: „Ich wär’ ja gern gekommen, aber mit dem (oder der) hab ich ein Problem.“ Natürlich ging es jeweils um einen Talkgast – genauer gesagt: um zwei verschiedene.
Das fand ich interessant. Denn um solche Probleme – meine eigenen und die meiner Mitmenschen – aus der Welt zu schaffen, mache ich diese Show. Vorurteile, einseitige Perspektiven oder unglückliche Zufälle führen dazu, dass wir Menschen nur in Teilen kennenlernen und sofort in eine Kiste packen, die dann für lange Zeit versiegelt bleibt: „Mit dem hab ich ein Problem.“ Punkt. Aus. Amen.
Das passiert in unserem Alltag schnell, viel zu schnell. Ein Reizwort im persönlichen Umgang, ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat oder ein Post in den neuen Medien, der auf Eskalation statt Anstand setzt. Schon schreit man mit und hat „ein Problem“. Apropos Anstand: Zum Geburtstag hat mir eine Freundin das Buch „Werte. Ein Kompass für die Zukunft” von der brillanten Maja Göpel geschenkt, die darin Folgendes fragt: „Im Allgemeinen steht Anstand für »gute Sitte, schickliches Benehmen«, aber wussten Sie, dass der mitteldeutsche Ursprung von Anstand auf »Waffenstillstand« verweist?“
Nein, das wusste ich nicht, vielen Dank! Ist es nicht prachtvoll, anständig zu sein und dem anderen erst mal nicht an den Kragen zu wollen?
Ich selbst habe die Methode „MIt dem hab ich ein Problem“ lange intensiv praktiziert. Man fühlt sich dadurch stark und sicher, hat seinen Standpunkt. Wer allerdings selbst von anderen Menschen beurteilt wird, die es versäumt haben nachzufragen, weiß, wie unschön das ist. Ich hatte früher – etwa im Studium – oft Angst und viele Unsicherheiten. Erst später habe ich erfahren, dass man mich deshalb als „kühle Blonde“ und „Eisprinzessin“ wahrgenommen hat.
Also: Let’s get together!
Let’s look eatch other directly into the Augen!
Will heißen: Wenn ihr ein Problem mit einem Gast habt, kommt am besten erst recht in meine Talkshow. Denn „Katjas Welt” bietet ein entspanntes, unterhaltsames Forum für analogen Austausch in Echtzeit – live und in Farbe.
Und will nicht jeder mit einem möglichst leichten Päckchen durchs Leben gehen? Also, ich schon.
Nächster Termin:
Donnerstag, 10. September 2026, 19.30 Uhr, Neubaustraße 42/Hörleingasse 2,