„Mit einem Apfel will ich Paris verblüffen!”

Vom Apfel in Kunst und Küche (mit Rezept!)

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Bald wird Max Gehlofen mit mir auf dem goldenen Sofa sitzen. Ein Künstler, der sich intensiv mit Nahrungsmitteln wie Brot, Öl oder Essig befasst – für ihn gibt es keine Trennung zwischen Kunst und Natur. Seine „progressiven Mahlzeiten schmecken, irritieren, sättigen (nicht nur den Bauch) und lassen staunen.“ Das kommt mir sehr entgegen; deshalb habe ich ihn eingeladen.



Vom Ofen in den Hörsaal
Auf Aromen, Texturen und Düfte fahre ich regelrecht ab. Wenn da etwas wirklich gut gemacht ist, kenne ich kein Halten mehr. Mit 16 wollte ich Konditorin werden, dachte aber, Kuchenbacken sei nicht intellektuell genug. Natürlich habe ich trotzdem weiter Obst zerstampft und Hochzeitstorten für Freunde gemacht – Leidenschaft kennt keine Grenzen.



Erntezeit im Würzburger Paradiesgarten

Seit zehn Jahren wohne ich in einem Würzburger Garten Eden voll verschiedener Apfelsorten. Die erste Portion Kompott ist längst aufgegessen. Höchste Zeit also für einen Text über diese oft übersehene Wunderfrucht! Unten findet sich auch ein Rezept für ein duftendes Apfelbrot.

Der Apfel in der Kunst

Was aber treibt der Apfel in der Kunst? Sehr viel, und das durch alle Epochen. Er glänzt als Symbol der Sünde, als göttliche Frucht oder als Reichsapfel. Später – etwa bei Cézanne – wird er zum Inbegriff der Kugelform oder zum trickreichen Element beim Surrealisten René Magritte, zu dem ich seit Kindertagen ein inniges Verhältnis habe.

 Versteckt Magritte ein Gesicht hinter einem grünen Apfel, bricht er mit einer alten Tradition: Früher sollte ein Apfel in der Kunst nichts verbergen, sondern eine klare Botschaft vermitteln.



Vorsicht, Wurm! Die barocke Verführung

Im 17. Jahrhundert feierten MalerInnen wie die Niederländerin Clara Peeters den barocken Genuss. Sie deckte Leinwände mit Käselaibern, frischem Brot und prallen Äpfeln – und schmuggelte subtil Druckstellen oder Wurmlöcher in ihre bildschönen Früchte. „Memento mori“, will das heißen: Bedenke, dass du sterblich bist!



Der Apfel als Kugel
Eine radikal neue Perspektive auf den Apfel nahm Paul Cézanne Ende des 19. Jahrhunderts ein: „Mit einem Apfel will ich Paris verblüffen!“ Statt religiöser Symbolik reizte ihn die Geometrie. Er reduzierte das Obst auf seine Urform: die Kugel. Seine Äpfel liegen so abschüssig auf weißen Tischtüchern wie auf unserem Würzburger Gartenhang – und drohen jeden Moment aus dem Bild zu rollen. Cézanne behandelte Obst als geometrischen Körper und ebnete so den Weg für den Kubismus.

Vom Garten Eden in den Ofen: Mein Apfelbrot
Zurück in meine Küche und zu Max Gehlofen, der Kunst und Natur ohnehin nicht trennt. Seine Brote sind aromatische Kunstwerke, seine Kunst ist Nahrung für die Seele. Mein heutiges Rezept braucht kaum Zucker, denn die Süße der Äpfel und Trockenfrüchte reicht völlig aus für herbstliche Aromenfülle.

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Das Rezept: Apfelbrot (zuckerarm & herbstlich)



50 g 
brauner Zucker

50 g 
getrocknete Feigen und/oder andere Trockenfrüchte

50 g
 gehackte heimische Nüsse nach Wahl

50 g 
Rosinen

250 g
 Weizen- oder Dinkelvollkornmehl

450 g
 Äpfel

1 Päckchen
 Backpulver

1 EL 
gemahlener Zimt (und nach Belieben Nelke/Ingwer/Anis)

2 EL 
Kakaopulver

3 EL
 Apfelsaft oder Rum

2 Teelöffel
 Öl

1. Äpfel entkernen und ungeschält klein schneiden, mit Zucker vermischen und ein paar Stunden abgedeckt ziehen lassen.

2. Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zimt-, Kakao- und Backpulver mit dem Mehl in einer Schüssel vermischen. Feigen klein schneiden. Nüsse, Rosinen, Apfelsaft und Äpfel dazugeben und alles gut vermischen. 



3. Eine Kastenform (ca. 25 cm lang) mit Öl einfetten und den Teig einfüllen. Das Apfelbrot ca. 60 Min. backen, evtl. kürzer.

Schmeckt zum Frühstück oder zu jeder anderen Tageszeit. Hält sich tagelang frisch.



„Katjas Welt“ mit Max Gehlofen steigt am Donnerstag, 12. November. Natürlich mit Kunstsnack!

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